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Vereinsgeschichte PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 13. Juni 2006 um 09:41 Uhr
Geschichtliche Entwicklung des Lüner SV Handball

Nach dem Ende des 2.Weltkrieges waren Vereine grundsätzlich verboten.
Erst ab 1946 ließen die britischen Besatzer Vereine zu.
Zunächst wurden drei Vereine zugelassen. In Lünen-Süd wurde die "südliche Vereinigung"
gegründet, die auch eine Handballabteilung hatte. Auch in Brambauer
entstand zur gleichen Zeit ein Verein mit Handballern. Ein weiterer Verein
wurde im Norden der Stadt zugelassen, aber ohne eine Handballabteilung.
Diese Konstruktion dauerte über ein Jahr. 1948 gingen viele aus den
Spielgemeinschaften zurück zu ihren Stammvereinen. Dies war auch die Zeit
der Neubildung von Vereinen mit einzelnen Fachschaften in Lünen.

So auch die Geburtsstunde der Handballer im Lüner Sportverein. Nach Aussagen
von Zeitzeugen trafen sich damals mehrere Herren und eine Dame, die meisten
von ihnen gehörten der Fachschaft Turnen an, um eine Handballfachschaft zu gründen.
Als Geburtshelfer fungierte der damalige 1. Vorsitzende des Lüner SV Fritz Klöter.
Er half bei der Geburt von Zwillingen in der Gastwirtschaft Kemper. Die Zwillinge
bekamen den Namen Tischtennis und Handball. Der erste Fachschaftsleiter hieß
Karl Kirchhoff und man begann den Spielbetrieb mit einer Herrenmannschaft.
Aber schon Ende 1948 löste sich die "südliche Vereinigung" auf und eine komplette
Mannschaft wechselte zum Lüner SV. Aus dieser Zeit gibt es herrliche Anekdoten
zu berichten.

Beim Training auf dem Schützenhof ging es noch teilweise militärisch zu. Wer seine
Runden nicht korrekt erledigte, musste damit rechnen, dass der 1. Vorsitzende
schlagkräftig nachhalf. Vier Männer aus dieser Zeit haben uns bis heute die Treue
gehalten und können sicherlich noch einige Storys erzählen.

Unsere erste Mannschaft hatte in den 50er Jahren ihre Erfolgserlebnisse. Ihr Können
reichte bis in die zweithöchste Liga aus. Nur knapp scheiterte man am Aufstieg. Für
kurze Zeit war dann das LSV-Schiff führerlos. Heinz Uhlenbrock und Waldemar Weiß
übernahmen kommissarisch das Amt.

1954 kommt dann frischer Wind auf. Das Dreigestirn "Springer - Sauer - Müller" baut
auf einer breiteren Basis die Fachschaft Handball wieder auf. Vor allem wird großer Wert
auf eine solide Jugendarbeit gelegt. In diesem Jahr entsteht auch ein neuer Handballverein
mit dem Name FSV Falken. Viele dieser aktiven Spieler kamen aus der Arbeiterbewegung
und gehörten der SPD an. Aber schon in den 60er Jahren löste sich der Verein wieder auf.

Die Fachschaft Handball im Lüner SV entwickelte sich weiter. Ab 1953 wurden neben der
Spielsaison auf Großfeld auch viele Reisen unternommen. Trotz knapper Gelder wurden
Zeltlager und Wochenendausflüge ins Sauerland, Reisen nach Malente, Celle und Aachen
durchgeführt. Heimspiele auf dem Schützenhof hatten einen besonderen Charakter, vor
allem wenn es dann in die 3. Halbzeit ging. Wirt Tucholski von der Gaststätte Schützenhof,
wo sich die Umkleidekabinen befanden, musste oft sein Akkordeon herausholen. Herrliche
Lieder mit eben solchen Stimmen lockten mehr Zuschauer an als das Spiel auf dem
Sportplatz. Oft wurden die Handballer mit einem Männergesangsverein verwechselt.

Aber auch einige Probleme gab es. Wo das viele Geld hernehmen für z.B. Trikots und
Bälle. Ab und zu legten die Fußballer ein paar Mark hin. Der Kassierer wechselte in
dieser Zeit mehrmals wegen der schlechten Zahlungsmoral der Mitglieder. 1969 dann ein
trauriges Kapitel. Der 1. Vorsitzende Willi Springer verstarb unerwartet mit
knapp 40 Jahren und hinterließ eine riesige Lücke. Der noch junge Spieler
der 1. Herrenmannschaft Alfred Hasenpusch wurde zu seinem Nachfolger gewählt.
Einmal ins kalte Wasser geworfen, versucht er sich freizuschwimmen und möglichst
wenig von dem kalten Stoff zu trinken.

Anfang 1968 begann sich das Handballspielen zu wandeln. Mit dem Bau der Hallen begann
auch ein Aufschwung bei den Handballern. In Lünen wurde die Rundsporthalle gebaut und
auch der Lüner SV bekam weiteren Aufschwung. Zur Eröffnung mussten sich drei Vereine die
Halle teilen. Es herrschte großes Gedränge. Hallenwart Willi Schmidt setzte sich aber in
seiner militärischen Art durch. Schüler- und Jugendmannschaften mussten noch in den
kleinen Hallen der Bebel- und Osterfeldschule trainieren. Nach und nach bauten unsere
Stadtväter aber weitere Hallen und die Vereine konnten sich weiter entwickeln.

Noch spielte man in Turnierform, vor allem in Jugendbereich. Doch die Entwicklung ließ
sich nicht mehr aufhalten. Immer mehr Jugendliche wollten das Handballspielen erlernen.
Hatte die Fachschaft 1965 noch 70 Mitglieder, schnellte die Zahl innerhalb kurzer Zeit
auf über 200 Mitgliedern an.

1991 kam dann die Zeit der Trennung. Der Lüner Sportverein löst sich in 7 selbstständige
Fachvereine auf. Alle behalten den Namen Lüner SV mit dem Namenszusatz ihrer Fachschaft.
Wirtschaftlich gesehen ein richtiger Entschluss, der allen Fachvereinen gut getan hat.
Aktuell haben wir ca. 400 Mitglieder (davon etwa 190 Jugendliche) und nehmen mit einer
Damen, 4 Herrenmannschaften und 9 Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil. Dazu kommen
noch je eine Hobbydamen und Hobbyherrengruppe, die sich mit Gymnastik und Ballspiele
fit hält.

Zwischenzeitlich erfolgte eine Verjüngung im Vorstand. Der Vorsitzende Thomas Schmidt II und
sein Stellvertreter Udo Springer führen nun den Verein gemeinsam mit erfahrenen und
neuen Vorstandsmitgliedern.

Im Jahr 2006 wurde die Kommandobrücke erstmalig an ein U40-Vorstandsduo übergeben.
Michael Thieme (1. Vorsitzender) und Marcus Zimmer (2. Vorsitzender) lenken seitdem den Verein.

2008: Andreas Schlösser löst Marcus Zimmer als 2. Vorsitzenden ab. Mit Katharina Böse (Schriftführerin)
und Philipp Hadac (2. Kassierer) setzt sich der Trend der Verjüngung im Vorstandsbereich weiter fort.
Die Mitgliederzahl ist inzwischen auf rund 440 (davon ca. 200 Jugendliche) gestiegen.
Die ersten Mannschaften spielen nun sowohl im Herren- als auch im Damenbereich in der Landesliga.

2009: Beide Landesliga-Reserve-Teams steigen in die Kreisliga auf.

18 Mannschaften (3 Herrenteams, 2 Damenteams und 13 Jugendteams)
nehmen am Spielbetrieb im Handballkreis Hellweg teil.
Damit stellt der LSV Handball von der Mannschaftsstärke den 6. größten Verein im HK Hellweg.

 

Die bisherigen Vorsitzenden:

Name von
- bis
1. Willi Springer 1948 - 1971
2.
Alfred Hasenpusch 1971 - 2000
3.
Thomas Schmidt II 2000 - 2006
4.
Michael Thieme 2006 - 2011
5.
Stefan Gores 2012 -
2014
6.
Sven Weber
2015 -
7.
-
8.
-
9.
-
10.
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 15. Mai 2016 um 12:58 Uhr